Ratgeber · Stand November 2026

Mehrkosten bei der Bemusterung im Blick behalten

Bei der Bemusterung kommen viele kleine Mehrpreise zusammen: ein anderes Fliesenformat, eine zusätzliche Steckdose, eine bessere Tür. Einzeln wirken sie überschaubar, zusammen sprengen sie leicht das Budget. Wer die Posten von Anfang an sauber notiert, sieht rechtzeitig, wo es eng wird.

Diese Seite ist eine allgemeine Arbeitshilfe. Sie bewertet keine Preise und ersetzt keine Beratung zu Ihrem Vertrag. Maßgeblich sind Ihr Vertrag, Ihre Baubeschreibung und die Angebote Ihres Anbieters.

1. Drei Summen statt einer

Eine einzige Summe „Mehrkosten“ täuscht, solange vieles noch offen ist. Führen Sie die Posten getrennt:

  • Fest: entschieden oder beauftragt, mit Preis.
  • In Klärung: angefragt oder mit Angebot, aber noch nicht entschieden.
  • Offen: Wunsch notiert, Preis noch unbekannt.

Die feste Summe zeigt, was sicher vom Budget weg ist. Fest plus in Klärung zeigt, wohin es geht, wenn Sie alles nehmen. Die Zahl der offenen Posten zeigt, wie unsicher beide Zahlen noch sind.

2. Fehlende Preise nicht als null zählen

Steht bei einem Wunsch noch kein Preis, schreiben Sie „Preis offen“ – nicht 0. Sonst sieht das Budget besser aus, als es ist. Zählen Sie, wie viele Preise noch fehlen, und fragen Sie gezielt nach, bevor Sie weitere Wünsche dazunehmen.

3. Gutschriften und Minderpreise mitnehmen

Lassen Sie eine Standardleistung weg oder wählen etwas Einfacheres, gibt es manchmal eine Gutschrift. Notieren Sie sie als negativen Betrag beim selben Gewerk, damit sie die Summe richtig verringert. Fragen Sie nach, wenn eine Gutschrift nicht im Angebot steht.

4. Endpreis prüfen: Was ist im Mehrpreis enthalten?

Ein Mehrpreis für das Material allein ist nicht dasselbe wie der Betrag, den Sie am Ende zahlen. Fragen Sie bei jedem Angebot:

  • Ist der Betrag ein Endpreis inklusive Mehrwertsteuer?
  • Sind Montage, Einbau und Nebenarbeiten enthalten?
  • Ändert der Wunsch etwas bei einem anderen Gewerk, zum Beispiel Elektro, Sanitär oder Estrich?
  • Gilt der Preis bis zu einem bestimmten Datum?

Folgearbeiten bei einem anderen Gewerk tragen Sie als eigenen Posten ein, damit sie nicht untergehen.

5. Je Gewerk zusammenfassen

Sortieren Sie die Posten nach Gewerk: Fenster, Elektro, Sanitär, Fliesen, Bodenbeläge, Innentüren, Treppe und so weiter. So sehen Sie, wo das meiste Geld hingeht, und können dort gezielt nach Alternativen fragen, statt überall ein wenig zu streichen.

6. Budget nach jedem Termin abgleichen

Vergleichen Sie nach jedem Termin und jedem neuen Angebot die drei Summen mit Ihrem Budget für Sonderwünsche. Eine einfache Ampel hilft: Grün, wenn auch fest plus in Klärung ins Budget passt; Gelb, wenn nur die festen Posten passen; Rot, wenn schon die festen Posten darüber liegen. Bei Gelb oder Rot entscheiden Sie neu nach Muss, Soll und Kann.

7. Mehrkosten und Zahlungen zusammen denken

Mehrkosten werden meist nicht sofort fällig, sondern mit einer späteren Zahlung. Fragen Sie Ihren Anbieter, wann und wie sie abgerechnet werden, und klären Sie mit Ihrer Finanzierung, ob sie dafür eingeplant sind. Halten Sie fest, welche Beträge schon gezahlt sind.

Checkliste Mehrkosten

  • Jeder Wunsch mit Gewerk, Raum, Preis und Stand notiert
  • Fehlende Preise als „offen“ markiert und gezählt
  • Summen „fest“ und „fest plus in Klärung“ getrennt gerechnet
  • Gutschriften als negative Beträge eingetragen
  • Endpreis, Montage und Folgearbeiten bei jedem Angebot erfragt
  • Budget nach jedem Termin abgeglichen
  • Fälligkeit der Mehrkosten mit der Finanzierung geklärt

Zur Vorbereitung des Termins selbst: Bemusterung vorbereiten – Schritt für Schritt. Fragen für den Termin stehen auf dem kostenlosen Bemusterungsblatt (PDF).

Für den Termin selbst: Fragen für den Bemusterungstermin.

Bei Fragen zu Ihrem Vertrag, zur Abrechnung oder bei Streit über Preise helfen zum Beispiel die Verbraucherzentrale oder eine unabhängige Bauherrenberatung.

Alles in einer Datei

Das PostenKlar-Werkzeug (XLSX) sammelt Standard, Wunsch, Preis, Status und Frist je Raum und Gewerk. Es summiert die Mehrkosten je Gewerk, zeigt den Rest im Budget, zählt fehlende Preise und druckt ein Terminblatt für den nächsten Termin.

Überblick des Werkzeugs mit fiktiven Beispieldaten: Mehrkosten fest, in Klärung und offen, Rest im Budget, Budget-Ampel und fällige Entscheidungen