Ratgeber · Stand November 2026

Bemusterung vorbereiten: Schritt für Schritt zum Termin

Bei der Bemusterung wählen Sie Fliesen, Böden, Türen, Sanitär und vieles mehr aus. Was nicht zum Standard gehört, kostet extra. Mit etwas Vorbereitung wissen Sie im Termin, was enthalten ist, was Sie sich leisten wollen und was Sie fragen möchten.

Diese Seite ist eine allgemeine Arbeitshilfe. Sie ersetzt keine Beratung zu Ihrem Vertrag. Maßgeblich sind Ihr Vertrag, Ihre Baubeschreibung und die Angebote Ihres Anbieters.

1. Die Baubeschreibung Raum für Raum lesen

Die Baubeschreibung legt fest, was im Preis enthalten ist: zum Beispiel Fliesenformat und Verlegehöhe im Bad, Art des Bodenbelags, Zahl der Steckdosen, Innentüren, Fenstergriffe. Notieren Sie diesen Standard je Raum und Gewerk, bevor Sie Muster ansehen. Im Termin vergleichen Sie dann jeden Wunsch mit dem, was Sie ohnehin bekommen.

Steht etwas nicht eindeutig in der Baubeschreibung („nach Bemusterung“, „Standardausführung“), schreiben Sie es als Frage auf.

2. Ein Budget für Sonderwünsche festlegen

Legen Sie vor dem Termin eine Summe fest, die Sie für Mehrkosten höchstens ausgeben wollen, und sprechen Sie sie mit Ihrer Finanzierung ab. Halten Sie einen Teil davon zurück: Manche Preise stehen erst nach dem Termin fest.

Hilfreich ist eine Einteilung in drei Gruppen:

  • Muss: Wünsche, ohne die das Haus für Sie nicht passt (z. B. eine bodengleiche Dusche).
  • Soll: Wünsche, die Sie gern hätten, wenn das Budget reicht.
  • Kann: Schönes, auf das Sie verzichten oder das Sie später selbst umsetzen können.

3. Den Alltag im Haus durchgehen

Viele Wünsche entstehen erst, wenn man sich den Alltag vorstellt: Wo steht das Sofa, wo der Fernseher, wo wird gearbeitet, wo laden Fahrrad oder Auto? Daraus ergeben sich Steckdosen, Netzwerkdosen, Lichtschalter, Außenanschlüsse und Anschlüsse in der Küche. Ein einfacher Möblierungsplan auf dem Grundriss Ihres Hauses hilft dabei.

4. Fragen sammeln

Schreiben Sie Ihre Fragen vorher auf, je Raum oder Gewerk. Beispiele:

  • Was genau ist im Standard enthalten (Hersteller, Serie, Format, Farbe)?
  • Gibt es eine Gutschrift, wenn ich eine Standardleistung weglasse?
  • Ist der Mehrpreis ein Endpreis inklusive Montage und Mehrwertsteuer?
  • Bis wann muss ich mich entscheiden, und ändert sich dadurch ein Termin?
  • Bekomme ich das Angebot schriftlich, mit Angebotsnummer?

Zehn solche Fragen stehen auch auf dem kostenlosen Bemusterungsblatt (PDF).

5. Im Termin: jeden Wunsch mit Preis festhalten

Notieren Sie zu jedem Wunsch den Mehr- oder Minderpreis, die Angebotsnummer und den Stand: offen, angefragt, Angebot liegt vor, entschieden. Fehlt ein Preis, schreiben Sie „Preis offen“ und nicht null – sonst wirkt das Budget größer, als es ist. Sie müssen nicht alles im Termin entscheiden; fragen Sie, bis wann eine Entscheidung möglich ist.

6. Nach dem Termin: Protokoll, Summen und Fristen

Vergleichen Sie das Protokoll oder die Angebote Ihres Anbieters mit Ihren Notizen. Addieren Sie die festen Entscheidungen und die Positionen in Klärung getrennt: So sehen Sie, wie viel vom Budget sicher verbraucht ist und wie viel es werden kann. Tragen Sie die Fristen in Ihren Kalender ein.

Checkliste vor dem Termin

  • Standard je Raum und Gewerk aus der Baubeschreibung notiert
  • Budget für Sonderwünsche festgelegt, mit Reserve
  • Wünsche nach Muss, Soll und Kann sortiert
  • Möblierung und Steckdosen auf dem Grundriss skizziert
  • Fragen je Raum oder Gewerk aufgeschrieben
  • Fotos oder Beispiele für Wunschausstattung gesammelt
  • Grundriss, Baubeschreibung und Notizen für den Termin dabei

Weiterlesen: Mehrkosten bei der Bemusterung im Blick behalten.

Für den Termin selbst: Fragen für den Bemusterungstermin.

Bei Fragen zu Ihrem Vertrag, zu Fristen oder zu Mängeln helfen zum Beispiel die Verbraucherzentrale oder eine unabhängige Bauherrenberatung.

Alles in einer Datei

Das PostenKlar-Werkzeug (XLSX) sammelt Standard, Wunsch, Preis, Status und Frist je Raum und Gewerk. Es summiert die Mehrkosten je Gewerk, zeigt den Rest im Budget, zählt fehlende Preise und druckt ein Terminblatt für den nächsten Termin.

Überblick des Werkzeugs mit fiktiven Beispieldaten: Mehrkosten fest, in Klärung und offen, Rest im Budget, Budget-Ampel und fällige Entscheidungen